Aktuelle Steuermeldungen für die Schweiz

(Unsere Meldungen für den Standort Schweiz.)

Schweiz: Ende des Bankgeheimnisses

Die EU-Kommission hat in ihrer Pressemitteilung vom 19.03.2015 das Ende des Bankgeheimnisses angekündigt. Demnach einigten sich die Schweiz und die EU auf einen automatisierten Datenaustausch in Steuersachen. Dies hat zur Folge, dass ab dem Jahr 2018 sämtliche Schweizer Banken Kundendaten über im EU-Ausland steuerpflichtige Personen an die Schweizer Finanzbehörden melden müssen. Diese sind wiederum verpflichtet, diese Informationen jährlich an die Finanzbehörden des jeweiligen EU-Mitgliedstaates, z.B. Deutschland, weiterzuleiten.

Der automatisierte Datenaustausch beinhaltet Angaben über Name, Anschrift, Steuernummer, sowie weitere relevante Daten im Zusammenhang mit Bankkonten.

Aktuell verhandelt die EU mit weiteren Staaten wie Liechtenstein oder Monaco über einen automatisierten Datenaustausch. Das Ende des Bankgeheimnisses scheint damit in Aussicht gestellt.

Schweiz: Altersvorsorgebeiträge als Sonderausgaben eines Grenzgängers

Das Finanzgericht Baden-Württemberg hat mit Urteil vom 07.08.2013 entschieden, dass sowohl Beiträge zur Schweizer Alters- und Hinterbliebenenversicherung als auch zur Pensionsstiftung als Beiträge zu den  gesetzlichen Rentenversicherungen im Sinne des § 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a EStG anzusehen sind, da die AHV und die Pensionsstiftung in Hinblick auf ihre Strukturen sowie der im Versorgungsfall zu erbringenden Leistungen der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung entsprechen.

Entscheidend für diese Zuordnung ist, dass die Versicherungen für die betreffende Person verpflichtend, die Beitragszahlungen gesetzlich angeordnet und die Leistungen als Leistungen öffentlich-rechtlicher Art zu erbringen sind. Dies ist bei den Beiträgen zur AHV, zur IV und zur Pensionsstiftung der Fall. Unerheblich ist dabei, dass die Pensionskasse abweichend von der deutschen Rentenversicherung nicht umlagefinanziert, sondern im Rahmen des Kapitaldeckungsverfahrens finanziert wird.

Folglich können diese Beiträge eines Grenzgängers, der in der Schweiz beruflich tätig ist, in Deutschland als Sonderausgaben berücksichtigt werden.

Schweiz: Steuerlich anerkannte Zinssätze 2015 für Vorschüsse oder Darlehen in Schweizer Franken

Die Gewährung unverzinslicher oder ungenügend verzinster Vorschüsse oder Darlehen an Beteiligte oder an ihnen nahe stehende Dritte stellt eine geldwerte Leistung dar. Dasselbe gilt für übersetzte Zinsen, die auf Grund von Verpflichtungen gegenüber Beteiligten oder ihnen nahe stehenden Dritten vergütet werden. Solche geldwerte Leistungen unterliegen gemäß Artikel 4 Absatz 1 Buchstabe b des Bundesgesetzes vom 13. Oktober 1965 über die Verrechnungssteuer (VStG) und Artikel 20 Absatz 1 der Vollziehungsverordnung vom 19. Dezember 1966 zum VStG (VStV) der Verrechnungssteuer von 35 % und sind mittels Formular 102 unaufgefordert innerhalb von 30 Tagen nach Fälligkeit zu deklarieren. Innerhalb der gleichen Frist ist auch die geschuldete Verrechnungssteuer zu entrichten. Die gleichen Kriterien gelten auch bei der direkten Bundessteuer für die Berechnung der geldwerten Leistungen von Kapitalgesellschaften und von Genossenschaften (vgl. Art. 58 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG]).

(Rundschreiben der Eidgenössischen Steuerverwaltung ESTV vom 12.02.2015)

 

Weiterführende Themen: Doppelbesteuerungsabkommen, Internationales Steuerrecht, Steuer Belgien, Steuer Frankreich, Steuer Niederlande, Umsatzsteuererklärung