Aktuelle Steuermeldungen für Frankreich

Steuerliche Entwicklungen 2018: Frankreich modernisiert 2018 Steuererhebung

Durch die zum Jahresende 2017 unterzeichnete Steuerreform wurden folgende Änderungen beschlossen:

  • Einführung der Lohnsteuer

Frankreich kannte bisher keine Lohnsteuer. In anderen europäischen Staaten wird diese dagegen seit Jahren praktiziert. Die Einführung der Lohnsteuer wurde um ein Jahr auf den 01.01.2019 verschoben, um den Unternehmen eine ausreichende Vorbereitungs- und Umstellungszeit zu geben. Ab 2019 ist außerdem geplant, Arbeitgeber dauerhaft bei den Lohnnebenkosten im Niedriglohnbereich zu entlasten.

  • Elektronische Steuererklärung

Mit der Umsetzung des neuen Steuerabzugverfahrens zum 1. Januar 2018 soll auch bis 2019 die elektronische Steuererklärung für all diejenigen zur Regel werden, die an ihrem Hauptwohnsitz über einen Internetanschluss verfügen.
Haushalte, die über keinen Internetanschluss verfügen, können weiterhin ihre Erklärung in Papierform abgeben.

  • Abschaffung der 3 %-Ausschüttungssteuer

Der Europäische Gerichtshof hatte die 2012 eingeführte 3%-Ausschüttungssteuer für Ausschüttungen von französischen Kapitalgesellschaften für europarechtswidrig erklärt. Diese wird nun zum 01.01.2018 abgeschafft. Unternehmen, die über Tochtergesellschaften in Frankreich verfügen, sollten umgehend Einspruch gegen die Festsetzung der 3%-Ausschüttungssteuer der vergangenen Jahre einreichen.

  • Senkung der Körperschaftsteuer

Die Körperschaftsteuer soll bis 2022 stufenweise auf 25% gesenkt werden. Gewinne des Jahres 2017 sollten daher, soweit möglich, in das Jahr 2018 verlagert werden, da in 2018 die Körperschaftsteuer 28% anstatt bisher 33 1/3 % beträgt.

  • Einführung der Abgeltungsteuer für Kapitalerträge

Zum 01.01.2018 werden Kapitalerträge in Frankreich ähnlich wie in Deutschland einer Abgeltungsteuer unterworfen. Diese beträgt pauschal 30% (12,8% Einkommensteuer und 17,2% Sozialabgaben). Eine Besteuerung nach Tarif ist bei Option möglich.

  • Abschaffung der Vermögensteuer durch Einführung einer Immobilienvermögensteuer

Ziel ist eine Begünstigung der Wirtschaft gegenüber der Vermögensverwaltung. Privatpersonen sollten überprüfen, ob sie von der neuen Immobilienvermögensteuer betroffen sind. Es ist zu beachten, dass auch Immobilien betroffen sein können, die indirekt über Gesellschaften gehalten werden.

  • Erhöhung der Sozialabgaben

Die Sozialabgaben (CSG-CRDS und Zusatzabgaben) erhöhen sich um 1,7%. -Abschaffung der Wohnabgabe für einen Großteil der Steuerpflichtigen

Frankreich: Behandlung ausländischer Personengesellschaften

Mit Urteil vom 24.11.2014 entschied der französische Conseil d’Etat dass eine ausländische Personengesellschaft nicht wie in den meisten anderen Staaten als durchsichtige, sondern als halbtransparente Gesellschaft zu qualifizieren ist. Dies bedeutet, dass die Einkünfte einer Personengesellschaft der Gesellschaft als Steuersubjekt zuzurechnen sind.

Diese Einstufung erfolgt ausschließlich nach privatrechtlichen Kriterien und zwar unabhängig von der steuerlichen Qualifizierung der Gesellschaft in dem jeweiligen ausländischen Staat, selbst wenn diese dort als durchsichtige Personengesellschaft einzustufen ist.

Folglich sind die Dividenden, die eine ausländische Personengesellschaft bezieht und an ihre französische, der Körperschaftsteuer unterliegenden Muttergesellschaft weiter leitet, nicht zu 95% steuerfrei (Schachtelprivileg), sondern der französischen Körperschaftsteuer unterliegend.

Zu beachten ist auch, dass gewerblich tätige Gesellschaften bürgerlichen Rechts in Frankreich stets körperschaftsteuerpflichtig sind, während für Personengesellschaften im allgemeinen eine Option zur Körperschaftsteuerpflicht besteht.

Frankreich: Sozialversicherungsbeiträge in Frankreich

Die Beiträge zur Sozialversicherung werden in Frankreich zwar zur Finanzierung der Sozialversicherung verwendet, sie werden jedoch als sonstige Steuern qualifiziert.

Dies hat zur Folge, dass sämtliche in Frankreich unbeschränkt steuerpflichtigen Personen Beiträge zur Sozialversicherung leisten müssen, selbst wenn sie nicht sozialversicherungspflichtig sind. Darüber hinaus sind seit dem Jahr 2012 auch beschränkt Steuerpflichtige betroffen, die in Frankreich Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung sowie Gewinne aus der Veräußerung von Immobilien erzielen.

Dagegen besteht für in Frankreich nicht ansässige Personen aufgrund zweier Urteile des Europäischen Gerichtshofs die Möglichkeit, geleistete Sozialversicherungsbeiträge  beispielsweise im Zusammenhang mit Kapitalerträgen die nicht auf eine Berufstätigkeit zurückzuführen sind, zu erstatten. Hintergrund ist die Entscheidung des EuGH,  dass Sozialversicherungsbeiträge aufgrund ihrer Verwendung zur Finanzierung der Sozialversicherungssysteme als Sozialabgaben einzustufen sind und daher nicht gegenüber Personen erhoben werden dürfen, die nicht unter das französische Sozialversicherungssystem fallen.

Besteuerungsrecht an Abfindungszahlungen an einen im Inland wohnenden, aber in Frankreich tätigen Arbeitnehmer

Aufgrund der Abweichung des Art. 13 Abs. 1 DBA-Frankreich vom OECD-Musterabkommen steht Deutschland kein Besteuerungsrecht für eine Abfindungszahlung an eine in Deutschland ansässige Person von ihrem vorherigen französischen Arbeitgeber zu. Das Besteuerungsrecht liegt bei Frankreich als Tätigkeitsstaat (BFH 24.07.2014, I R 8/13).

Neue Auskunftspflichten für Verrechnungspreise in Frankreich

Mit dem Finanzgesetz 2014 und dem Gesetz zur Bekämpfung von Steuerflucht und Finanzkriminalität wurden die Auskunftspflichten für Unternehmen mit Verrechnungspreisen in Frankreich erweitert.

Für ab dem 01.01.2014 abgeschlossene Steuerjahre sind Unternehmen, die bereits den Gesamtauskunftspflichten unterliegen, verpflichtet, sämtliche ausländischen Tax-Rulings, die verbundene Unternehmen betreffen, vorzulegen.

Darüber hinaus ist sechs Monate nach Einreichung der jährlichen Steuererklärungen die Abgabe einer vereinfachten Verrechnungspreisauskunft erforderlich. Sie umfasst für verbundene Unternehmen eine allgemeine Beschreibung des Betriebs, eine Liste immaterieller Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens und eine allgemeine Erläuterung der Verrechnungspreispolitik. Hinsichtlich des französischen Unternehmens ist eine allgemeine Beschreibung des Betriebs, eine Auflistung der mit verbundenen Unternehmen durchgeführten Transaktionen sowie eine Erläuterung der verwendeten Verrechnungspreismethode gefordert.

Für Betriebsprüfungen ab dem 01.01.2014 sind der Finanzverwaltung sämtliche das Unternehmen betreffende Bücher sowie konsolidierte Bücher zur Einsicht vorzulegen, wenn bestimmte, an Umsatz und Beteiligungen geknüpfte Schwellen überschritten werden. 

 

Weiterführende Themen: Doppelbesteuerungsabkommen, Internationales Steuerrecht, Steuer Belgien, Steuer Frankreisteuerberatung/ch, Steuer Niederlande, Umsatzsteuererklärung